Oberfranken mit seinen unmittelbar an Tschechien angrenzenden Landkreisen Hof und Wunsiedel sowie den immer noch relativ grenznahen Landkreisen Kronach, Kulmbach und Bayreuth ist ein gutes Beispiel für das Zusammenwachsen der regionalen Arbeitsmärkte Bayerns und Tschechiens über die Staats- und sogar die Sprachgrenze hinweg
Während die Tschechen die Region mehrheitlich wohl einfach als einen Teil von Bayern wahrnehmen und als "bayerische Grenzregion" bezeichnen, ist der Blick in die andere Richtung, nach Tschechien also, von deutscher Seite nicht unbedingt schärfer.
Dort, in Böhmen, gibt es nicht nur die sprichwörtlichen "böhmischen Dörfer". Seit der landesweiten Gebietsreform, die Tschechien seit dem Jahr 2000 in 14 höhere selbstverwaltende Gebietseinheiten gliedert, findet man auf entsprechenden Landkarten angrenzend an den Regierungsbezirk Oberfranken auf tschechischer Seite nämlich die Karlsbader Region (Karlovarský kraj). Zusammen mit Oberfranken bildet diese heute den nördlichsten Abschnitt der bayerisch-tschechischen Grenzregion, auf tschechischer Seite mit dem Grenzbezirk Eger (okres Cheb).
Wenn auch das Bild des jeweiligen Nachbarlandes und seiner Verwaltungsgliederung historisch bedingt etwas grobkörnig sein mag, so hat sich inzwischen - parallel zu den dynamischen Wirtschaftsbeziehungen - längst ein schnell wachsender deutsch-tschechischer Arbeitsmarkt entwickelt.
Kein Wunder, denn bei Tschechen sind wegen des nach wie vor deutlichen Lohngefälles zwischen Deutschland und Tschechien Arbeitsmöglichkeiten und Jobs in Bayern weiterhin sehr gefragt. Marktredwitz, Hof und Selb, aber auch Bamberg, Coburg und Bayreuth - diese Städte in Oberfranken sind heute Anziehungspunkte für mobile Arbeitnehmer mit Deutschkenntnissen aus Tschechien und stehen aus tschechischer Sicht dabei für Heimatnähe und gute Erreichbarkeit.
Für deutsche Firmen mit Standort oder Einsatzort ihrer Mitarbeiter in Oberfranken wiederum bildet die tschechische Grenzregion ein noch längst nicht ausgeschöpftes Reservoir und möglicherweise nicht einmal richtig entdecktes Potenzial für die Gewinnung von den oft dringend benötigten Fachkräften. Denn es gibt auch die ebenfalls sprichwörtlichen "goldenen tschechischen Händchen" - als Verweis auf die bekannte handwerkliche Geschicklichkeit der Tschechen.
Wer gut ausgebildete fleißige Handwerker und Fachkräfte sucht und auf der deutschen Seite in Oberfranken nicht fündig wird, tut gut daran, den Blick einmal über die Landesgrenzen hinaus nach Tschechien zu richten.
Tatsächlich nimmt auch die Zahl der tschechischen Pendler stetig zu, die zum Arbeiten über die Grenze nach Deutschland kommen, die aber weiterhin in Tschechien wohnen und ihren Lebensmittelpunkt haben.
Das Modell "in Deutschland arbeiten, in Tschechien leben" ist aus Sicht der tschechischen Arbeitnehmer nicht nur finanziell attraktiv. Es kommt zudem der im internationalen Vergleich bei den Tschechen eher geringen Bereitschaft entgegen, wegen eines Arbeitsplatzes seinen Wohnort dauerhaft zu wechseln und umzuziehen.
Oberfranken ist in diesem Punkt für tschechische Arbeitssuchende und Bewerber geradezu ideal: Je nach Wohnort, bietet Oberfranken sowohl Jobs für Tagespendler als auch Arbeitsangebote für Wochenendheimfahrer.
Deutsch-tschechische Jobbörse: Stellenangebote in Oberfranken für Arbeitskräfte und Pendler aus Tschechien. Jobs in Marktredwitz, Hof, Selb, Bamberg, Coburg, Bayreuth (und Umgebung).
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